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L'Upupa

Ein deutsches Lustspiel von Hans Werner Henze Elf Tableaux aus dem Arabischen Libretto und Musik von Hans Werner Henze

Ausführliche Inhaltsangabe

Als »ein bisschen zauberflötig« benennt der Komponist sein eigenes Werk, eine Märchenoper, die den Zuschauer und -hörer in ein klanglich und erzählerisch magisches Reich entführt. Es entfaltet sich ein farbenreiches Spiel, welches seine Wurzeln in einem syrischen Märchen hat. Aber nicht nur der Orient scheint hier Pate zu stehen; es ist eine Reise voller Abenteuer, in der ein alter Mann, der seine drei Söhne in die Welt schickt, eine entführte Prinzessin, Zauberdinge oder auch zu bestehende Prüfungen ihre festen Plätze einnehmen – Märchen-Motive, die auch in unseren Breitengraden vertraut sind. Anlass des durch viele Gefahren hindurch zu bestreitenden Pfades ist die Sehnsucht nach dem Entschwundenen: einem Wiedehopfweibchen. Dieser goldgefiederte Vogel entschwand einem alten Großwesir. Über diesen Verlust erkrankend, sendet er seine drei Söhne, ihm die so genannte »Upupa« zurückzubringen. Die zwei ältesten erweisen sich dabei als hintertrieben, faul und nicht willens, sich den kommenden Herausforderungen zu stellen. Allein der jüngste Sohn, der tugendhafte Prinz Al Kasim, stellt sich mutig der Aufgabe. Auf seinem gefahrenreichen Weg durch ferne Länder gesellt sich ein gutherziger Dämon zu ihm, der ihn in seiner oftmals all zu großen Arglosigkeit beschüzt. Wie in einer Kettenreaktion folgt in je einem anderen Land auf jede gelöste Aufgabe die nächste: So muss der goldene Vogel aus einem verwunschenen Garten eines fernen Königreichs entführt werden, in der nächsten Etappe wird aus einer Festung das gefangene Mädchen Badi’at befreit, hiernach gilt es, eine Kiste mit unbekanntem Inhalt aufzufinden … Mit dem Dämon und dem Mädchen, mittlerweile die Geliebte des Abenteurers, tritt Al Kasim den weiterhin steinigen Rückweg in sein Land an, um die geheimnisvolle Kiste und den Vogel dem Vater zu überreichen. Doch es irrt, wer glaubt, Upupa müsste damit ihr Dasein als Gefangene des Großwesirs fristen und der Sohn würde aus Sohnesliebe und nach erfolgreicher Rückkehr die Heimat nicht mehr verlassen – denn eine Aufgabe gilt es noch zu erfüllen, mindestens eine … In Salzburg wurde Henzes «L’Upupa» bei den Festspielen 2003 uraufgeführt, aus Salzburg stammt auch der Spiritus Rector für Henzes »deutsches Lustspiel«, dessen Libretto ebenfalls vom Komponisten gefertigt wurde: Wie in Mozarts letzter Oper gibt es auch hier die Weisung, eine schwierige, mit Prüfungen versehene Reise anzutreten. Sarastro dort und Dijab hier, beides sind Herrscher von Ländern, in denen man die Rache nicht kennt. Begegnet uns nicht zudem «L’Upupas» orientalisches Kolorit bereits in der »Entführung aus dem Serail«, deren Osmin sich problemlos unter den dumpf drohenden Inselwächtern in Henzes Oper befinden könnte? Auch die vielschichtige und helle Instrumentationskunst, die Magie erzeugenden Klangmischungen und die kantabel geführten Melodielinien lassen subtil an Mozarts Kunst denken – und doch: ein unverwechselbarer Henze. Nach der Vollendung hatte der hoch produktive Henze seine «L’Upupa» als sein letztes Werk für das Musiktheater bezeichnet, »sehr oft der Kapitulation nahe«, von der Angst geplagt, es nicht mehr abschließen zu können. Glücklicherweise verhallte sein »Es langt«, und inzwischen hat auch die Uraufführung der Oper Nr. 14, »Phaedra«, stattgefunden. Offenkundig wird, dass Hans Werner Henze die Züge des ruhelosen Al Kasim in seiner «L’Upupa» trägt, ein Held, dessen Abenteuerlust kein Ende kennt, indem er spricht: »Die Reise hört nie auf!«

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