Ein »Gesellenstück eines flügge werdenden Wagnerianers, der sich seinen Weg zur Unabhängigkeit ertastete«, nannte Richard Strauss rückblickend seine erste musikdramatische Komposition. In »Guntram« zeigen sich gleichzeitig Nachfolge und Abnabelungsversuch vom übermächtigen Schatten des Werkes Richard Wagners. Guntram – schon der Name verweist in der Kombination aus Gunther und Wolfram auf die Werke Wagners –, Mitglied eines Geheimbundes, tötet unfreiwillig den tyrannischen Herzog Robert. Doch war es wirklich Notwehr oder entsprang die Tat seiner Zuneigung zu Freihild, der unglücklichen Gattin Roberts, die Guntram zuvor am Selbstmord gehindert hatte? Da er diesen Verdacht gegenüber sich selbst nicht gänzlich abstreiten kann, entsagt Guntram der Liebe zu Freihild. Statt sich jedoch dem Richtspruch der Bruderschaft zu unterwerfen, zieht er sich in die Einsamkeit zurück. Die mittelalterliche Szenerie, der Topos von der Erlösung durch Entsagung, Guntrams Anspruch auf Eigenverantwortlichkeit und zahllose musikalische Anklänge belegen offenkundig Strauss’ Inspirationsquelle. Nur vereinzelte Vorstellungen waren seinem Opernerstling nach der Uraufführung 1894 vergönnt – bewährt hat er sich in konzertanter Form, in der er nun an der Semperoper zu erleben ist.
Handlung in drei Aufzügen von Richard Strauss
Konzertante Aufführung in deutscher Sprache
Kostenlose Werkeinführung 45 Minuten vor Vorstellungsbeginn.
Premiere am 23.02.2014
Musikalische Leitung: Omer Meir Wellber
Chor: Pablo Assante
Der alte Herzog: Georg Zeppenfeld
Freihild: Marjorie Owens
Herzog Robert: Markus Butter
Guntram: Jürgen Müller
Friedhold: Simon Neal
Des Herzogs Narr: Aaron Pegram
Eine alte Frau: Christa Mayer
Ein jüngerer Mann: Tomislav Lucic
Erster Vasall: Evan Hughes
Zweiter Vasall: Tilmann Rönnebeck
Dritter Vasall: Peter Lobert
Ein Bote: Pavol Kubán
Herren des Sächsischen Staatsopernchores Dresden
Sächsische Staatskapelle Dresden