Gefühl und Verstand streiten in Manon Lescaut, die zwischen dem edlen, aber mittellosen Des Grieux und dem wohlhabenden Steuerpächter Geronte schwankt. Ihre Sucht nach Luxus führt sie in die Welt des kalten Reichtums, diese wiederum treibt sie zu der aufrichtigen Liebe Des Grieux’ zurück. Für ihren lasterhaften Lebenswandel soll sie schließlich in der Verbannung in Amerika büßen, wohin sie der treue Des Grieux begleitet. Doch auch dort treibt Manons Flatterhaftigkeit beide zur Flucht. In der Wüste, am Ende ihrer Kräfte, gesteht Manon Des Grieux ihre aufrichtige Liebe.
War es ein cleverer Schachzug oder ein riskantes Wagnis von Giacomo Puccini, nach dem »Edgar« seiner nächsten Oper Abbé Prévosts Roman zugrunde zu legen, den erst kurz zuvor Jules Massenet unter dem Titel »Manon« äußerst erfolgreich vertont hatte? Der ewige Kampf von Tugend und Laster, die Emotionen, die das Handeln der Protagonisten mehr bestimmen als ihr Verstand und sie damit langsam in den Abgrund treiben, galten auch Puccini als Erfolgsgarant. Nicht weniger als acht Librettisten, darunter auch Ruggero Leoncavallo, feilten fast drei Jahre lang an der Textfassung, bis sie die Ansprüche des Komponisten zufriedenstellte. Eindrucksvoll unterstreicht Puccinis Musik in ihrer melodischen Kraft und ihrer intensiven, teilweise veristischen Gefühlssprache den tragischen, emotionsgeladenen Stoff. Die Uraufführung am 1. Februar 1893 in Turin leitete Puccinis außeritalienische Karriere ein. Mit »Manon Lescaut« gelang ihm der künstlerische Durchbruch auf internationalem Parkett.
Dramma lirico in vier Akten von Giacomo Puccini
In italienischer Sprache mit deutschen Übertiteln
Gesamtdauer 2 Stunden 30 Minuten
Kostenlose Werkeinführung 45 Minuten vor Vorstellungsbeginn.
Premiere am 02.03.2013
Musikalische Leitung: Pier Giorgio Morandi
Inszenierung: Stefan Herheim
Szenische Einstudierung: Christian Thausing, Stefan Herheim
Bühnenbild: Heike Scheele
Kostüme: Gesine Völlm
Licht: Fabio Antoci
Chor: Pablo Assante
Dramaturgie: Alexander Meier-Dörzenbach
Manon Lescaut: Norma Fantini
Lescaut: Christoph Pohl
Renato Des Grieux: Thiago Arancam
Geronte di Ravoir: Maurizio Muraro
Edmondo: Giorgio Berrugi
Wirt: Scott Conner
Ein Musiker: Lin Shi
Puccini (stumme Rolle): Mathias Kopetzki
Madrigalistinnen: Fumiko Hatayama, Barbara Leo, Monika Harnisch, Beate Siebert
Sächsischer Staatsopernchor Dresden
Sächsische Staatskapelle Dresden
Eine Koproduktion zwischen dem Opernhaus Graz und der Sächsischen Staatsoper Dresden
Mit freundlicher Unterstützung der Stiftung zur Förderung der Semperoper