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Schwanensee

Fotogallerie für Schwanensee - Insgesamt 5 Fotos.

Ballett in zwei Akten
Choreografie von Aaron S. Watkin nach Marius Petipa & Lew Iwanow

Ausführliche Inhaltsangabe

Kaum zu glauben, dass ausgerechnet »Schwanensee« für den Komponisten Tschaikowsky zur größten Enttäuschung seiner Karriere wurde: Die Moskauer Uraufführung von 1877 fiel bei Presse und Publikum komplett durch. Das Ballett sei »so schwach, wie es kaum vorstellbar wäre«, kritisierten die St. Petersburger Nachrichten und eine Mäzenin Tschaikowskys befand alles »sehr hässlich« und das Ballett »choreografisch sehr schlecht«.
Der künstlerische Misserfolg des ersten »Schwanensee«-Choreografen Wenzel Reisinger, der keinerlei Zugang zur Musik fand und behauptete, Tschaikowskys Musik sei schlichtweg nicht in Tanz umzusetzen, überschattete auch den Ruhm des Komponisten. Die märchenhafte Auferstehung seiner Musik mitzuerleben, war dem Komponisten zu Lebzeiten nicht mehr vergönnt. Erst 1895, achtzehn Jahre nach der unglücklichen Uraufführung, sorgten zwei Visionäre aus St. Petersburg für die Unsterblichkeit von Ballett und Musik: Marius Petipa und Lew Iwanow.
Auch darin liegt sicher ein Geheimnis der Wirkung dieses Balletts: Zwei Choreografen teilen sich die Arbeit an einem Werk. Petipa blieb seinem in vielen Balletten erprobten Schema mit einer klaren Trennung in pantomimische und getanzte Passagen treu, Iwanow betonte das lyrische Element. Petipa schuf die »Gesellschaftsbilder«, Iwanow die »Schwanenbilder«. In ersteren dominieren Pracht und Virtuosität, in letzteren steht lyrisch-elegischer Ausdruck im Vordergrund. Beide Elemente manifestieren sich in den beiden weiblichen Hauptpartien: Odile, der schwarze Schwan, eine Verkörperung der machtvoll-verführerischen, extrovertierten Frau. Odette, der weiße Schwan, als poetisch überhöhter Ausdruck introvertierter weiblicher Zartheit und Verletzlichkeit. Dazwischen die Liebe eines Mannes, der im entscheidenden Moment versagt und alles verliert!

Akt I

Bild 1 – Feierlichkeiten zur Volljährigkeit Prinz Siegfrieds

(Am Hof eines sächsischen Schlosses) Prinz Siegfried feiert mit seinem engen Freund Benno von Sommerstein und den jungen Höflingen seine Volljährigkeit. Siegfrieds Tutor, Wolfgang, verkündet die unerwartete Ankunft der Mutter des Prinzen, die verwitwete Fürstin. Sie bedeutet ihrem Sohn, dass es nun, da er volljährig ist, an der Zeit sei, zu heiraten und so die Fürstenkrone zu empfangen. Daher habe sie für den folgenden Abend einen prächtigen Ball zu seinen Ehren organisiert. Vier Prinzessinnen der einflussreichsten europäischen Höfe seien geladen, von denen er eine zur Braut erwählen müsse. Die Neuigkeit über die anstehende Heirat wird von den jungen Höflingen beiseite geschoben und der letzte Abend in Freiheit ausgiebig gefeiert. Bei Einbruch der Nacht erscheint ein Schwarm Schwäne am Horizont und Benno überredet Siegfried zur Jagd. Wolfgang erinnert die jungen Höflinge an die Pflichten des nächsten Tages, worauf die Feier sich auflöst. Siegfried und Benno begeben sich auf die Jagd nach den Schwänen.

Bild 2 – Odettes Geschichte

(An einem Seeufer) Siegfried und Benno folgen dem Schwarm Schwäne tief in den Wald hinein und gelangen an einen See. Als sie ihre Armbrüste anlegen und zielen, fliegt ein einzelner Schwan heran. Gebannt halten sie inne, als er in einem geheimnisvollen Licht erstrahlt. Vor ihren Augen verwandelt sich der Schwan in ein wunderschönes Schwanenmädchen. Sie eilt auf sie zu und fragt, warum sie und ihre Freundinnen verfolgt würden. Siegfried versichert ihr, dass sie ihnen kein Leid zufügen wollten, sie hätten nur Schwäne gejagt. Das Schwanenmädchen antwortet ihnen, dass die Schwäne, die sie zu töten suchten tatsächlich sie selbst und ihre Gefährtinnen waren und erzählt ihnen ihre Geschichte: Kurz nach meiner Geburt starb mein Vater. Meine Mutter, eine gute Fee, verliebte sich alsdann in einen Baron und heiratete ihn. Mein Stiefvater, Baron von Rotbart, jedoch gab sich als böser Zauberer zu erkennen, der meine Mutter zugrunde richtete. Meine Großmutter vergoss so viele bittere Tränen um das Schicksal ihrer Tochter, dass aus ihnen dieser See entstand. Baron von Rotbart derweil band meine Freundinnen und mich durch einen abscheulichen Fluch an sich, der uns in Schwäne verwandelte. Die Kräfte meiner Großmutter vermochten nur, diesen Fluch zu mildern. Und so leben wir als Schwäne am Tage, aber als Schwanenmädchen in der Nacht. Auch beschützt sie uns mit diesen Kronen. So lange wir sie tragen, kann Baron von Rotbart uns nicht weiter schaden. An dem Tag, an dem ich die wahre Liebe eines Mannes finde und ihm diese Krone zu Füßen lege, ist der Fluch gebrochen. Siegfried und Benno sind tief bewegt und schwören beide, niemals wieder Schwäne zu jagen. Odette lädt sie ein, mit ihr und ihren Schwanenmädchen den Abend zu verbringen. Im Tanz verliebt sich der Prinz leidenschaftlich in Odette, die zögernd reagiert. Siegfried schwört ihr ewige Liebe und Treue. Sich ihres Schicksals entsinnend erklärt sie ihm, er müsse auf dem morgigen Ball die Prüfung seiner Liebe bestehen und sein Versprechen halten. Nur dann vermag sie ihm die Krone zu Füßen legen. Sollte er aber versagen, würden sie sich nie wieder sehen. Mit dem Aufgang der Sonne, verwandeln sich Odette und ihre Schwanenmädchen wieder in Schwäne und fliegen davon.

Akt II

Bild 1 – Rotbarts Betrug an Siegfried und das gebrochene Versprechen

(In einem prunkvollen Saal des Schlosses) Die Adligen versammeln sich zum Ball. Fanfaren verkünden die Ankunft der vier Prinzessinnen aus den Königshäusern Aragon, Ungarn, Neapel und Russland. Die Fürstin fordert Siegfried auf, seine Brautwahl zu treffen. Unerwartet verkünden die Fanfaren einen weiteren Gast. Baron von Rotbart trifft in Begleitung einer Gruppe von Damen im Schwanenkostüm ein, darunter seine Tochter Odile. Mit ihrem Tanz erfreuen sie die Hofgesellschaft. Siegfried ist fasziniert von Odiles Schönheit und Persönlichkeit. Ihr Erscheinungsbild erinnert ihn an Odette. Schon bald kann er ihr nicht länger widerstehen und ergibt sich der Macht seiner Gefühle. Spontan küsst er ihre Hand. Die Fürstin ist über diesen Bruch der Etikette entsetzt und weist ihn zurecht, dass er nur diejenige küssen dürfe, die er zu seiner Frau erwählt habe. Siegfried erklärt Odile seine Liebe. Rotbart verlangt von Siegfried, zu schwören, dass seine Liebe für Odile ewig währe. Als Siegfried den Schwur ausspricht, erscheint ihm Odette. Mit Schrecken realisiert er, dass Rotbarts Arglist ihn dazu gebracht hat, sein Versprechen für Odette zu brechen. Er verlässt den verheerenden Hof und hastet zurück zum See, um sie zu finden.

Bild 2 – Der Liebe Triumph

(Am Seeufer) Die Schwanenmädchen erwarten freudig die Ankunft Odettes, um ihnen gute Nachricht von Siegfried auf dem Ball zu bringen. Doch diese erscheint vollkommen verstört und erzählt ihnen, dass Siegfried sein Versprechen gebrochen hat. Sie versuchen sie zu trösten, da trifft Rotbart mit seiner Entourage ein und demütigt Odette. Siegfried kommt hinzu und versucht ihr zu helfen, wird jedoch von den schwarzen Schwänen hinfort gezwungen, gefolgt von einem rachsüchtigen Rotbart. Die Schwanenmädchen drängen Odette, Siegfried zu vergessen und sich in Sicherheit zu bringen. Sie aber ist fest entschlossen, bei ihm zu bleiben. Die Großmutter setzt all ihre Kräfte ein, um Siegfried von Rotbarts Zorn zu befreien und ihn zu Odette zurückzuführen. Sie quält Rotbart mit der Erkenntnis, dass er im Angesicht der Liebe von Odette und Siegfried machtlos sei. Nun, da der irdische Schwur gebrochen wurde, ist es Odette und Siegfried in diesem Leben nicht mehr vergönnt, zusammen zu sein. Die Großmutter ruft sie in den See, nicht länger ein Ort aus Tränen, sondern ein Ort der Liebe, wo sie vereint sein können bis in alle Zeiten.

Übersicht

Fotogalerie

Ensemble | Schwanensee|© Costin Radu

Video

Schwanensee
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