Die dreiteiligen »Juwelen« sind Balanchines Tribut an die »Goldenen Zeiten« des Balletts, gleichzeitig eine Auseinandersetzung mit den Ländern, in denen der Choreograf gelebt hat und die ihn geprägt haben. Nach den amerikanischen »Rubies«, und »Diamonds«, eine Hommage an das russische Ballett unter Marius Petipa, bringt das Semperoper Ballett in der Spielzeit 2010/11 abschließend »Emeralds« zur Aufführung. Balanchine, der in den 1920er Jahren kurze Zeit in Paris den »Ballets Russes« des genialen Impresarios Sergej Diaghilew angehörte, feiert hier ein Frankreich »der Eleganz, des Lebensstils und des Parfüms«. Zur Musik zweier Kompositionen des Franzosen Gabriel Fauré, »Pelléas et Mélisande« und »Shylock«, beschwört die lyrische Choreografie die Ära des romantischen Balletts, der danse l’école, der Sylphiden.
Mats Eks Choreografie erhielt ihren Namen von einem Witz aus dem Programm des schwedischen Schauspielers, Autors, Komponisten und Regisseur Beppe Wolgers: »Ich habe von Gott geträumt letzte Nacht.« – »Und wie sah er aus?« – »Sie war schwarz.« Bei der Musik handelt es sich um Henryk Góreckis der Schwarzen Madonna gewidmeten Streichquartett Nr. 2 »Quasi una fantasia«. Ausstattung und Licht stammen von Eks langjährigen Weggefährten Peder Freiij und Ellen Ruge. Auf der leeren Bühne formen nur wenige Fragmente – eine ins Nichts führende Treppe, ein Tisch, ein Wandstück – eine befremdliche Landschaft, die Zeichen beginnender Desintegration zeigt. Das Lichtkonzept verstärkt und überhöht die desolate Atmosphäre.
»Artifact«, ein »Ballett in vier Akten«, schuf William Forsythe 1984 für seine Frankfurter Company. Erstmalig beschäftigte er sich hier mit dem Thema »Wahrnehmung«, indem er im zweiten Akt den Bühnenvorhang niedersausen ließ und die Protagonisten – zwei Paare mit hochvirtuosen neoklassischen Variationen sowie das Corps de Ballett –, während die Musik weiterspielte, vor dem inneren Auge des Zuschauers weitertanzen ließ. Dieser zweite Teil von »Artifact«, zu Bachs Chaconne aus der d-Moll Partita für Violine Solo, wurde in den darauffolgenden Jahren mehrfach vom Choreografen weiterentwickelt, neben »Artifact Suite« auch in »Steptext«, ebenfalls im Repertoire der Dresdner Company. »Artifact Suite«, entstanden 2004, also zwanzig Jahre nach der Uraufführung von »Artifact«, wird William Forsythe nun neu einstudieren.
Kostenlose Werkeinführung 45 Minuten vor Vorstellungsbeginn.
Choreografien von George Balanchine, Mats Ek und William Forsythe.
Celkový čas 3 hod
Premiéra se koná dne 20.05.2011
Choreography: George Balanchine
Music: Gabriel Fauré
Set Design: Peter Harvey
Kostýmy: Karinska
Světla: Fabio Antoci
Staged by: Elyse Borne
Choreography: Mats Ek
Music: Henryk M. Górecki
Set Design and Kostýmy: Peder Freiij
Světla: Ellen Ruge
Staged by: Allyson Way Wanselius
Choreography, Set Design, Kostýmy and Světla: William Forsythe
Music: Johann Sebastian Bach
Staged by: Laura Graham, Aaron S. Watkin