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卡迪亚克 (Cardillac)

保罗·欣德米特根据费迪南·里奥之剧本而作的三幕歌剧 1926年原始版本(德累斯顿首演)

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Mord in Paris. Die Stadt erschüttert eine Serie von Raubmorden. Opfer sind wohlhabende Kavaliere, die auf dem Weg zu ihrer Geliebten mit einem Schmuckstück sind, das sie beim Goldschmied Cardillac erworben haben. Dem Opfer wird der Schmuck gestohlen. Die Bevölkerung ist verunsichert und aufgebracht. Für jene, die die Begierde nach einem Schmuck vom besten Goldschmied Cardillac treibt, handelt es sich um eine Frage auf Leben und Tod. E.T.A. Hoffmann lässt das Fräulein von Scuderi sagen: »Ein Liebhaber, der Diebe fürchtet, ist der Liebe nicht würdig.« So wünscht sich eine Dame von ihrem Kavalier »das Schönste, was Cardillac je schuf«. Der Ermutigte stirbt. Ein Offizier benutzt die gleichen Worte, als er Cardillac um die Hand seiner Tochter bittet. Als Cardillac begreift, dass nicht sein Schmuck, sondern seine Tochter gemeint ist, stimmt er zu. Doch die Tochter fühlt sich an den Vater gebunden und will ihn nicht verlassen. Der Offizier ahnt die Zusammenhänge zwischen den Raubmorden und dem Goldschmied und befreit Cardillacs Tochter mit der Wahrheit aus der Abhängigkeit vom Vater. Das Volk tötet Cardillac, als dieser seine bis dahin unentdeckte Verantwortung für die Morde in die Welt hinausschreit. Sein letzter Kuss und letzter Blick gelten einer Kette aus seiner Werkstatt, die der Offizier um den Hals trägt, als er sich zusammen mit der Tochter dem Sterbenden zuwendet. Die Story ist durch E.T.A. Hoffmanns Novelle »Das Fräulein von Scuderi« bekannt, die zur Sammlung von Erzählungen, Novellen und Märchen gehört, die zwischen 1819 - 21 unter dem Titel »Die Serapionsbrüder« erschienen. Sie geht auf historische Ereignisse zurück, über die Voltaire in «Siècle de Louis XIV. »(1751) und Johann Christoph Wagenseil (1633 - 1705) in der »Chronik der Stadt Nürnberg« berichten.
Die faszinierende, gruselige Geschichte E.T.A. Hoffmanns ist mehrfach, unter anderem von Mario Caserini (1911) und Edgar Reitz (1968) verfilmt worden. Vor Entstehung dieses neuen Genres war sie für Dramatiker und Komponisten nicht weniger interessant. So komponierte Lucien Dautresme eine Oper, die 1867 in Paris uraufgeführt wurde, und u.a. brachte der Schauspieldramatiker Otto Ludwig 1848 sein Stück heraus. Paul Hindemiths Oper wurde in der ersten (dreiaktigen) Fassung am 9. November 1926 am Opernhaus der Sächsischen Staatstheater Dresden und in der zweiten (vieraktigen) Fassung am 20. Juni 1952 am Stadttheater Zürich uraufgeführt. Das Libretto zur ersten Fassung schrieb Ferdinand Lion, der sich stärker auf die dramatisierte Vorlage Otto Ludwigs stützte als auf E.T.A. Hoffmanns Novelle. Das zur zweiten Fassung weist den Komponisten selbst als Autor aus. Unter der Feder Paul Hindemiths wurde aus der romantischen Horrorgeschichte ein modernes musikalisches Drama mit typisierter Personage neben der Figur des Goldschmieds Cardillac. Die Interpretationen des Stoffes zeugen schon an sich vom Wandel der Zeiten. Im Falle Hindemiths kann von Fortschritt in der Entwicklung des musikalischen Dramas ebenso gesprochen werden wie von die Epochen verbindenden Aspekten. Mit der ersten Fassung entstand das auf den Handlungskern konzentrierte Modell des in seiner Persönlichkeit gespaltenen, sich in Isolation zurückziehenden Künstlers. In der zweiten folgt der darüber hinausgehende Versuch, durch die Form des Theaters im Theater (Lullys Oper »Phaéton« wird in der Oper »Cardillac« einstudiert) den Konflikt zwischen Künstler und Gesellschaft mittels dramatischer Stringenz und Stilisierung zuzuspitzen. »Cardillac« ist eine Einweisung in die Geheimnisse künstlerischen Schaffens und beweist schon 1926, dass die Kriminalgeschichte am besten geeignet ist, ein realistisches Gesellschaftsbild zu zeichnen.
Seit seiner Uraufführung von 1926 kehrt »Cardillac« nun erstmals an unser Haus zurück.

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