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Don Carlo

Fotogallerie für Don Carlo      - Insgesamt 5 Fotos.

Oper in vier Akten von Giuseppe Verdi
In italienischer Sprache mit deutschen Übertiteln

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Sie waren einander versprochen – Don Carlos, Infant von Spanien, und Elisabeth von Valois. Die Verlobten hatten kaum Zeit sich kennen zu lernen. Der spanische König Philipp II. beanspruchte die Braut des Sohnes um des lang erhofften Friedens willen zwischen Spanien und Frankreich. Carlos’ Braut wurde Carlos’ Mutter. Die Liebe blieb, wurde jedoch zu einer verbotenen. Elisabeth spricht es gegenüber Carlos klar aus: Für die Liebe gibt es kein Hoffen mehr, ohne sich zweier Todsünden – Vatermord und Mutterehe - schuldig zu machen. In Marquis von Posa ist Carlos ein einziger Freund aus Kindertagen geblieben. Er tritt für die Befreiung der spanischen Provinzen in Flandern ein und braucht um dieses Zieles willen die Gunst des Thronfolgers.
Der stürzt sich auf die politische Aufgabe mit der ganzen Unbedingtheit seines Wollens, mit der er zuvor die Verbindung mit Elisabeth doch noch erzwingen wollte. Öffentlich fordert er den König und Vater heraus. Der sieht seine Herrschaft gefährdet und opfert den Sohn. Für diesen und damit für Flandern opfert sich zunächst Posa. Hat schließlich König Philipp doch sein Königreich und seine Königin gegen fremden Zugriff gesichert?
Giuseppe Verdi und seine Librettisten Josephe Méry und Camille du Locle greifen auf Schillers gleichnamiges Drama zurück und bieten mehr als ein Historienspektakel. Der Komponist, der sich zeit seines Lebens gegen menschliche und soziale Ungerechtigkeit engagierte, zum Symbol für den Befreiungskampf seiner italienischen Landsleute wurde, machte sich keine Illusionen von der allgemeinen Weltlage. Er versuchte zu verändern und er lebte das Leben. Unter seiner komponierenden Hand entstand aus Schillers Drama ein gleichnishafte Züge tragendes Melodramma. Die Bearbeitung des Stoffes legt unmissverständlich jene Strukturen offen, innerhalb derer Leben und Lieben des einzelnen Menschen verlaufen. Es gibt keinen intimen Raum, der sich jenseits des öffentlichen Lebens gestalten lässt. Zwar ist im »Don Carlo« die Zeit noch nicht reif für Umwälzungen im Ganzen, sie ist jedoch reif für einzelne Aktionen um des Ganzen willen. Die scheinbare Stabilität gerät ins Wanken – für ein Morgen mit dem Wissen um das Heute und Gestern.
Zwischen Ketzerverbrennung und Erlösung, Liebe und Tod, Resignation und Hoffnung, Verrat und Freundschaft spielt dieses Stück, dessen wohl berühmteste Arie diejenige des Philipp ist - »Ella giammai m’amò« (»Sie hat mich nie geliebt«). Hass und Vernichtung finden genau dort statt, wo die Liebe fehlt. Nicht die fordernde sondern die gebende. Eine Erfahrung, die über die Person des Königs ebenso hinaus reicht wie die Tatsache, dass Macht zum Trugschluss gerät, wenn sie sich separat und allmächtig wähnt.

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Tichina Vaughn (Eboli), Ensemble|Don Carlo|© Matthias Creutziger

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