Wohl keine Ballettcompany hat die Geisteswelt des 20. Jahrhunderts so beeinflusst wie Sergej Diaghilews »Ballets Russes« mit ihrer Idee eines Tanz, Musik und bildende Kunst gleichwertig zu vereinigenden Gesamtkunstwerkes. Von Nijinsky über Picasso und Cocteau bis hin zu Coco Chanel – Diaghilew versammelte die führenden Köpfe der Zeit. Doch selbst in dieser illustren Runde ragt noch eine Künstlerpersönlichkeit hervor: Igor Strawinsky, der die Ballettmusik endgültig gesellschaftsfähig machte.
»Les Ballets Russes – Reloaded« präsentiert nun einige seiner wichtigsten Kompositionen: »Les Noces«, die 1913 von Bronislawa Nijinska kreierte Geschichte einer ländlichen Hochzeit, erfährt eine Neudeutung durch Stijn Celis, dessen Choreografien »Vertigo Maze« und »Cinderella« bereits mit großem Erfolg vom Semperoper Ballett getanzt werden. In »Apollon musagète« (1928 entstanden, 1957 umbenannt in »Apollo«) setzt George Balanchine Apollo ein Denkmal, der die drei Musen Calliope (Dichtung), Polyhymnia (Gebärde) und Terpsichore (Tanz) in den Künsten unterweist. Durch seine Konzentration auf Einfachheit und Klarheit gilt »Apollon musagète« als Geburtsstunde des neoklassischen Ballettes. »Le Sacre du Printemps«, das Skandalstück der Ballets Russes, wurde zur Premiere 2012 schließlich in einer Neufassung von Jacopo Godani, dessen »Spazio-Tempo« in Dresden bereits für Furore sorgte, uraufgeführt. Eine zweite Uraufführung stellte »Faun« auf die Musik von Claude Debussy dar, die Jiří Bubeníček, Erster Solist des Balletts der Semperoper, choreografierte.
Noces, Apollo, Faun, Sacre. Choreografien von Stijn Celis, George Balanchine, Jiří Bubeníček und Jacopo Godani.
Gesamtdauer 3 Stunden
Kostenlose Werkeinführung 45 Minuten vor Vorstellungsbeginn.
Premiere am 23.06.2012
Choreografie & Bühne: Stijn Celis
Musik: Igor Strawinsky
Kostüme: Catherine Voeffray
Licht: Marc Parent
Chor: Christof Bauer
Choreografie: Jiří Bubeníček
Musik: Claude Debussy, Francis Poulenc
Bühne & Kostüme: Otto Bubeníček
Chor: Pablo Assante
Choreografie: George Balanchine
Musik: Igor Strawinsky
Kostüme: Yumiko Takeshima
Einstudierung: Judith Fugate
Choreografie, Bühne, Kostüme & Licht: Jacopo Godani
Choreografische Assistentinnen: Stefanie Arndt, Francesca Caroti
Musik: Igor Strawinsky
Musikalische Leitung: Mikhail Agrest
Sopran: Elena Gorshunova
Mezzosopran: Antigone Papoulkas
Tenor: Tom Martinsen
Bass: Tomislav Lucic
1. Duett: Anna Merkulova, Jón Vallejo
2. Duett: Sangeun Lee, Milán Madar
3. Duett: Ana Presta, Denis Veginy
Mann 1: Raphaël Coumes-Marquet
Mann 2: Jón Vallejo
Faun: Claudio Cangialosi
6 Männer: Jón Vallejo, Ian Whalen, Maximilian Genov, Michael
Tucker, Francesco Pio Ricci, Johannes Schmidt
Apollo: István Simon
Terpsichore: Natalia Sologub
Polyhymnia: Svetlana Gileva
Calliope: Jenni Schäferhoff
Raquél Martínez, Anna Merkulova, Carmen Piqueras, Julia Weiss, Duosi Zhu, Jiří Bubeníček, Claudio Cangialosi, Johannes Schmidt, Francesco Pio Ricci, Michael Tucker, Jón Vallejo
Semperoper Ballett
Sächsische Staatskapelle Dresden
Sächsischer Staatsopernchor Dresden