/
/
/
/
/
 
Wir auf Facebook Wir auf Youtube

Legenden – Hommage an Richard Strauss

Fotogallerie für Legenden – Hommage an Richard Strauss - Insgesamt 3 Fotos.

Mit diesem Ballettabend erweist das Semperoper Ballett dem Komponisten Richard Strauss in dessen Jubiläumsjahr seine Reverenz. Eröffnet wird der Abend mit der choreografischen Uraufführung »Tanzsuite« von Alexei Ratmansky – ehemaliger Direktor des Moskauer Bolschoi Ballett und international einer der derzeit gefragtesten Choreografen klassischer Tanzkunst. Das Semperoper Ballett schätzt sich sehr glücklich, die erste Company in Deutschland zu sein, die Alexei Ratmansky für eine Uraufführung gewinnen konnte. Musikalisch handelt es sich bei der »Tanzsuite« um eine Auswahl aus François Couperins »Pièces de clavecin«, Klavierstücken aus den Jahren 1713 bis 1730; eine Folge von Tänzen, die Richard Strauss zusammenstellte und instrumentierte. Uraufgeführt 1923 in Wien, stellt dieses Ballett »Gesellschafts- und Theatertänze im Stile Ludwig XV.« dar, die als Divertissement angelegt sind. Die rokokohaften, feinen Miniaturen, vom Hauch des französischen Hofes des 18. Jahrhunderts durchweht, wurden durch Strauss’ Bearbeitung sehr subtil mit dem Esprit des 20. Jahrhunderts aufgeladen. Alexei Ratmansky, der diese Musik sehr schätzt, beschreibt sie als eine Art Übung aus dem Neobarock, welche melodienreich einen permanenten Fluss darstellt und wie geschaffen ist für den Tanz. »Was dieses Werk so einzigartig macht, ist die Kombination des fließenden Strauss-Gestus’ der Orchestrierung mit der präzisen, geordneten Struktur der ursprünglichen Werke von Couperin.« Das Spiel mit Strukturen und Formen ist ein Merkmal von Ratmanskys choreografischer Sprache, die, vom klassischen Ballettvokabular ausgehend, die Transformation der Schritte, das Ausloten neuer Möglichkeiten und auch den Humor kennt – seine Kreationen sind aus der Musik heraus gefühlt und stets hochmusikalisch geführt.
Der belgische Choreograf Stijn Celis, bereits eine feste Größe im Programm des Semperoper Ballett, präsentiert seine Sichtweise auf das Ballett »Josephs Legende« von Richard Strauss. Nach dem Libretto von Hugo von Hofmannsthal und Harry Graf Kessler schuf Richard Strauss ein Tongemälde, welches den Rausch, die Ekstase, die Beklemmung, die Hierarchie, die Lüsternheit, die Ängste und die Hoffnungen benennt, die allesamt in diesem Werk verhandelt werden: Basierend auf einem Teil der biblischen Josephsgeschichte begegnen wir dem Protagonisten als Sklave des Potiphar, der nach einem ausladenden Fest von dessen Frau sexuell bedrängt wird. Doch dabei wird sie von ihrem Mann überrascht, und um von sich abzulenken, gibt sie vor, sie selbst sei Opfer eines Übergriffes von Joseph. Dem harten Urteil Potiphars entgeht dieser nur mit Hilfe einer höheren Macht. Mit »Josephs Legende« stellt sich der Choreograf der Herausforderung, dieses bildgewaltige Ballett durch seinen konzeptionellen Zugriff in eine neue Sprache zu übersetzen; ein Unterfangen, bei dem eine gewisse Wildheit erst einmal gezähmt werden will, wie Celis es selbst beschreibt: »Diese Musik von Richard Strauss fühlt sich an, als sei ich eingesperrt in einen Käfig mit einem feuersprühenden Drachen.«
Uraufgeführt 1914 in Paris, wurde dieses Werk hineingeboren in den Vorabend des Ersten Weltkrieges. Mit seiner Dekadenz ist es ein Symbol für eine am Abgrund stehende Gesellschaft, über die die Katastrophe hineinbrechen wird – bis zu diesem Untergang allerdings feiert man Feste und betäubt sich mit sinnlichen Genüssen.
Der Ballettabend ist zudem Teil der »Richard-Strauss-Tage« vom 6. bis 23. November 2014.

Ballettabend von Alexei Ratmansky & Stijn Celis zur Musik von Richard Strauss

Gesamtdauer 2 Stunden 5 Minuten

Kostenlose Werkeinführung 45 Minuten vor Vorstellungsbeginn.

Premiere am 28.06.2014

Aufführungen / Besetzung

08.11.2014
19:00 - 21:05 Uhr
12.11.2014
19:00 - 21:05 Uhr
14.11.2014
19:00 - 21:05 Uhr
17.11.2014
19:00 - 21:05 Uhr

Tanzsuite

Choreografie: Alexei Ratmansky
Musik: Richard Strauss
Licht: Patrik Bogårdh
Kostüme: Yumiko Takeshima

Josephs Legende

Choreografie: Stijn Celis
Musik: Richard Strauss
Licht & Bühne: Jens Sethzman
Kostüme: Catherine Voeffray
Dramaturgie: Stefan Ulrich
Musikalische Leitung: Paul Connelly

Besetzung am 08.11.2014

Tanzsuite

Solistenpaar 1: Gina Scott, Denis Veginy
Solistenpaar 2: Elena Vostrotina, Raphaël Coumes-Marquet
Solistenpaar 3: Julia Weiss, Claudio Cangialosi

Josephs Legende

Jiří Bubeníček, Svetlana Gileva, Milán Madar, Elena Vostrotina

Semperoper Ballett
Sächsische Staatskapelle Dresden

Mit freundlicher Unterstützung der Stiftung zur Förderung der Semperoper

Projekt Partner
Sparkassen-Finanzgruppe Sachsen
Ostsächsische Sparkasse Dresden
Sparkassen-Versicherung Sachsen
Sachsen Bank

Fotogalerie

Fabien Voranger|Tanzsuite|© Ian Whalen

Video

Legenden – Hommage an Richard Strauss
Legenden – Hommage an Richard Strauss
Legenden – Hommage an Richard Strauss